Kursvideos aufnehmen: Licht, Ton und Aufbau mit einfachem Equipment
Du brauchst kein Studio. Mit Smartphone, Fensterlicht und einem guten Mikrofon nimmst du Kursvideos auf, die professionell wirken.

Inhalt
Viele Kurse scheitern nicht am Inhalt, sondern am Gedanken „Ich habe kein Studio“. Dabei brauchst du für gute Kursvideos weniger, als du denkst. Ein aktuelles Smartphone, ein Fenster und ein günstiges Mikrofon reichen für den Anfang. Wichtiger als teure Technik ist, dass man dich gut versteht und gut sieht. So gehst du vor.
Ton kommt vor Bild
Ein leicht unscharfes Bild verzeihen Zuschauer. Schlechten Ton nicht. Hall, Rauschen oder eine zu leise Stimme sorgen dafür, dass Menschen abbrechen. Deshalb gehört dein erstes Geld in ein Mikrofon.
- Ansteckmikrofon: Ein kleines Mikrofon am Kragen ist die einfachste Lösung. Es sitzt nah am Mund und nimmt wenig Raumklang auf.
- Den Raum dämpfen: Teppiche, Vorhänge, ein Sofa oder ein Bücherregal schlucken Hall. Kahle Räume mit glatten Wänden klingen hohl.
- Störgeräusche ausschalten: Fenster zu, Benachrichtigungen aus, Kühlschrank und Lüfter im Blick behalten.
- Testaufnahme: Nimm dreißig Sekunden auf und hör sie mit Kopfhörern an, bevor du eine ganze Lektion aufnimmst.
Licht: das Fenster ist dein Freund
Tageslicht ist kostenlos und schmeichelhaft. Setz dich so, dass das Fenster vor dir oder leicht seitlich liegt, nie hinter dir. Gegenlicht macht dein Gesicht dunkel.
- Gleichmäßig ausleuchten: Weiches Licht von vorn wirkt am ruhigsten. Harte Schatten im Gesicht lenken ab.
- Für Abendaufnahmen: Ein Ringlicht oder eine kleine Softbox ersetzt das Fenster. Stell sie leicht oberhalb deiner Augen auf.
- Keine Mischung: Tageslicht und gelbe Deckenlampe zusammen ergeben unschöne Farben. Entscheide dich für eine Lichtquelle.
Kamera und Bildaufbau
- Hauptkamera nutzen: Die Rückkamera deines Smartphones ist deutlich besser als die Frontkamera.
- Querformat für Kursvideos: Lektionen werden meist am Laptop geschaut. Hochkant nimmst du nur für Social Media auf.
- Auf Augenhöhe: Ein Stativ bringt die Kamera auf deine Augenhöhe. Von unten gefilmt wirkt es schnell unvorteilhaft.
- Ruhiger Hintergrund: Ein aufgeräumtes Regal oder eine Pflanze reicht. Etwas Abstand zur Wand sorgt für Tiefe.
- In die Linse schauen: Klebe einen kleinen Punkt neben die Kamera, damit du nicht auf dein eigenes Bild schaust.
Bildschirmaufnahmen
Viele Themen lassen sich am besten am Bildschirm zeigen, etwa Software, Tabellen oder Präsentationen. Am Mac reicht die eingebaute Bildschirmaufnahme (Tastenkombination Shift, Cmd und 5), unter Windows 11 das Snipping Tool, und kostenlose Programme wie OBS können zusätzlich dein Kamerabild einblenden. Vergrößere Schrift und Mauszeiger, damit man auch auf kleinen Bildschirmen alles erkennt, und schließe private Tabs und Benachrichtigungen vorher.
So baust du eine Lektion auf
- Ein Gedanke pro Lektion: Kurze Lektionen sind leichter zu schauen und leichter zu aktualisieren.
- Einstieg mit Nutzen: Sag in den ersten Sekunden, was man nach der Lektion kann.
- Erklären und zeigen: Erst das Prinzip, dann ein konkretes Beispiel.
- Kurze Zusammenfassung: Die zwei wichtigsten Punkte noch einmal.
- Nächster Schritt: Eine kleine Aufgabe oder der Hinweis auf die nächste Lektion.
Ein komplettes Skript wirkt beim Ablesen oft steif. Für die meisten Creator funktionieren Stichpunkte besser. Nur Einstieg und Abschluss darfst du gern wörtlich vorbereiten.
Schnitt: weniger ist mehr
Du musst keine aufwendigen Effekte einbauen. Schneide Versprecher und lange Pausen heraus, gleiche die Lautstärke an und füge bei Bedarf Untertitel hinzu. Einfache Schnittprogramme auf dem Smartphone oder Computer reichen dafür völlig. Ein Tipp: Wenn du dich versprichst, mach eine kurze Pause und beginne den Satz neu. So findest du die Stelle beim Schneiden sofort.
Checkliste vor jeder Aufnahme
- Akku geladen, genug Speicherplatz frei
- Flugmodus an, Benachrichtigungen aus
- Linse geputzt
- Licht von vorn, kein Gegenlicht
- Mikrofon angesteckt, Testaufnahme angehört
- Stichpunkte griffbereit, Glas Wasser in Reichweite
Fazit
Gute Kursvideos entstehen durch klaren Ton, ruhiges Licht und kurze, gut gegliederte Lektionen, nicht durch teures Equipment. Fang mit dem an, was du hast, und verbessere dich von Lektion zu Lektion. Wenn du noch beim Konzept bist, hilft dir unser Leitfaden zum Online-Kurs erstellen. Bei Talent Vault planen wir Struktur und Lektionen gemeinsam mit dir, bevor du die erste Aufnahme machst.
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